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07.02.2012
Eltern & Kind

Faschingszeit: Spielzeugpistolen können Hörschäden verursachen

Gefahr für kleine Cowboys: Spielzeugpistolen können Hörschäden verursachen. Foto: Alexandr Vasilyev / Fotolia
Gefahr für kleine Cowboys: Spielzeugpistolen können Hörschäden verursachen. Foto: Alexandr Vasilyev / Fotolia

Einmal Cowboy oder Indianer sein und wild herumballern dürfen - mit Spielzeugrevolvern, Knallern oder Böllern. Dieser Wunsch geht zu Karneval für viele Jungen und Mädchen in Erfüllung.

Doch so groß der Spaß auch ist, um so trauriger können die Folgen sein. Der Lärm der lauten Geschosse kann das Gehör der kleinen Cowboys dauerhaft schädigen. Zwar darf laut EU-Norm der Maximalwert von 125 Dezibel nicht überschritten werden, jedoch wird dieser Wert mit 50 Zentimetern Abstand zum Ohr gemessen. Zum Vergleich: Auch ein Presslufthammer bringt es auf rund 120 Dezibel. Am Ohr gemessen, erreichen Spielzeugpistolen Spitzenwerte bis 180 Dezibel.

Gefahr für die Hörsinneszellen
Der Lärm der lauten Geschosse kann das Gehör der Kinder dauerhaft schädigen. Da der Lärm eines Schusses aus der Spielzeugpistole nur sehr kurz zu hören ist, empfindet man die tatsächliche Lautstärke nicht so stark. Im Ohr hinterlässt er dennoch einen bleibenden Schaden: Nahe ans Ohr gehalten, kann schon ein einziger Knall aus einer Zündplättchenpistole die Hörsinneszellen empfindlich verletzen. Zwar kann sich der entstandene Hörschaden innerhalb der ersten Wochen wieder etwas zurückbilden. Er kann aber auch für das ganze Leben bleiben. In jedem Fall sollte man nach einem "Lärmunfall" den Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen.

Ohrstöpsel und Test vor dem Kauf
Wichtig ist es natürlich, solche bleibenden Hörschäden schon im Vorfeld zu vermeiden. Kinder sollten wissen, wie empfindlich ihre Ohren sind und wie gefährlich Lärm sein kann. Im Zweifelsfall helfen Ohrstöpsel vom Hörakustiker, um Kinder und Erwachsene an den tollen Tagen vor Lärmattacken zu schützen. Denn die kleinen Cowboys greifen oft ohne Vorwarnung an. Von Spielzeugpistolen, die mit einem Verpackungshinweis wie "von den Ohren fernhalten" versehen sind, sollten Eltern die Finger lassen. Wenn möglich, sollten sie die Spielzeugwaffen im Geschäft vor dem Kauf testen. Ist das enstehende Geräusch den Erwachsenen selber unangenehm, sollten sie auch ihre Kinder diesem Krach nicht aussetzen.

Übrigens: neben dem schädlichen Lärm können beim Abfeuern der Waffe auch kleine brennende Teilchen wegfliegen, die zu schlimmen Verbrennungen führen können und leicht brennbare Materialien, wie Faschingskostüme aus Baumwolle und Polyester schnell entzünden können.

Auskunft im Internet
Besonders gefährliche Spielzeugwaffen veröffentlicht die EU regelmäßig auf der Internetseite www.eu-info.de. Hier können sich Eltern informieren, welche Waffen besonders laut knallen oder bei welchen Modellen sich Kleinteile lösen und zur Erstickungsgefahr werden können.

dgk/konsumo.de/fgh/red