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Kindheit mit Hörverlust

Früher oder später, oft auch schon direkt nach der schockierenden ärztlichen Diagnose,  machen sich Eltern Gedanken über den möglichen Lebensweg ihres Kindes mit Hörverlust.

Foto: Siemens

„Kann mein Kind mit Anderen mithalten?“,
„Kann es eine Regelschule besuchen?“,
„Kann es Abitur machen und studieren?“,
„Wird mein Kind Freunde finden?“, 
„Welchen Beruf kann mein Kind ergreifen?“, 
„Wird es Probleme bei der Partnersuche haben?“,
„Kann es einen Führerschein machen?“
  und nicht zuletzt
„Kann es ein glückliches Leben führen?“

Diese und viele andere Fragen schwirren den Eltern im Kopf herum und belasten diese teils sehr. Die heute immer noch vorhandenen Vorurteile über das Leben mit Hörverlust erschweren das Annehmen dieser Behinderung noch zusätzlich.

Das Erkennen des Hörverlusts ist ein erster Schritt, dem Kind mögliche Hilfen und Unterstützung zukommen zu lassen. Dies kann eine Hörgeräte- oder CI-Versorgung, aber auch Kommunikation in Deutscher Gebärdensprache (DGS) oder lautsprachbegleitenden Gebärden (LBG) sowie Kontakt zu anderen Betroffenen sein. Dies alles kann zwar sehr hilfreich sein, soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Leben mit Hörverlust trotz aller möglichen Unterstützung anstrengend ist und Betroffene in bestimmten Situationen schnell an ihre Grenzen stoßen. Kommunikation ist ermüdend und es werden Rückzugsräume benötigt, um die erschöpften Energiereserven wieder aufzufüllen.Sicher hängen Chancen und Perspektiven, die sich dem Kind bieten auch von anderen Faktoren ab. Nichtsdestotrotz stehen hörgeschädigten Kindern viele Möglichkeiten offen, ihr Leben selbstbestimmt und eigenständig zu führen. Wie ihre Altersgenossen ohne Hörverlust sind sie mit vielfältigen Begabungen und Möglichkeiten ausgestattet, die gefördert und genutzt werden sollten. Es lohnt sich, den Fokus nicht nur auf „das Problem“, sondern gerade auch auf die positiven Eigenschaften der Kinder zu lenken. So erkennt man, dass sie mehr sind als „ das Kind mit Hörverlust“ und über reichhaltige Talente und positive Eigenschaften verfügen.

Heutzutage ist es möglich, bei entsprechender persönlicher Eignung auch mit Hörverlust anspruchsvolle Berufe wie Chefarzt, Anwalt, Politiker usw. zu ergreifen und zuverlässig auszuüben, wie aktuelle Beispiele zeigen. Auch wenn es sicherlich eines größeren Aufwands an Motivation, Frustrationstoleranz und Durchhaltevermögen sowie technischer oder personeller Unterstützung z.B. durch (Schrift-)Dolmetscher bedarf, die Möglichkeiten dazu sind da und können ergriffen werden.


Auf dieser Seite finden Sie demnächst Informationen zum Thema "Lebensweg mit Hörverlust", "Was brauchen hörgeschädigte Kinder?" und "Wo bekommt man Unterstützung?".