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Während der Anpassung

Der Hörgeräte-Akustiker wirft einen prüfenden Blick ins Ohr des Kunden. Foto: Cordula Betz
Der Hörgeräte-Akustiker wirft einen prüfenden Blick ins Ohr des Kunden. Foto: Cordula Betz

Mit der Verordnung für eine Hörhilfe in der Tasche haben Sie sich für einen Hörgeräte-Akustiker entschieden und einen Termin vereinbart. Etwas Zeit haben Sie eingeplant und sich zuvor ein paar Gedanken zu ihren Aktivitäten und den Anforderungen an ihr künftiges Hörgerät gemacht. Doch was erwartet Sie nun bei ihrem Termin mit dem Hörgeräte-Experten?


Mit einem Blick auf die Verordnung und das Audiogramm, welches der HNO-Arzt nach Ihrem Hörtest erstellt hat, verschafft sich der Akustiker zunächst einen Überblick über die Art und die Ausprägung Ihres Hörverlusts und führt in den meisten Fällen selbst noch einmal einen Hörtest durch - schließlich hängt vom Ergebnis dieses Tests so einiges ab.

Der Hörgeräte-Akustiker führt noch einmal einen Hörtest durch. Die Daten dienen als Grundlage der späteren Einstellung des Hörgerätes. Foto: Cordula Betz
Der Hörgeräte-Akustiker führt noch einmal einen Hörtest durch. Die Daten dienen als Grundlage der späteren Einstellung des Hörgerätes. Foto: Cordula Betz


Für den weiteren Ablauf der Anpassung gibt es keinen festen Fahrplan. Jeder Akustiker hat seine eigene Art und seinen eigenen Weg, Sie bei der Suche nach dem Hörgerät zu unterstützen, welches Ihren Bedürfnissen und Anforderungen entspricht. Einen möglichen Weg zeigen wir an dieser Stelle auf.


Das Gespräch

Beim Gespräch lernen Sie Ihren Hörgeräte-Akustiker kennen und der Hörexperte erfährt einiges über Ihre Bedürfnisse und Anforderungen an Ihr künftiges Hörgerät. Foto: Cordula Betz
Beim Gespräch lernen Sie Ihren Hörgeräte-Akustiker kennen und der Hörexperte erfährt einiges über Ihre Bedürfnisse und Anforderungen an Ihr künftiges Hörgerät. Foto: Cordula Betz

Am Anfang steht zunächst einmal das Gespräch. Der Akustiker wird Ihnen dabei einige Fragen stellen: Wann und wie Sie zum ersten Mal bemerkt haben, dass Sie schlecht hören, in welchen Situationen Ihnen das Hören besonders schwer fällt, ob es Vorerkrankungen gibt, welchen Beruf und welche Hobbys Sie ausüben, was Sie von einem Hörgerät erwarten, welche Preisklasse ungefähr in Frage kommt. So lernen Sie sich erst einmal kennen und der Hörexperte erfährt einiges über Ihre Bedürfnisse und Anforderungen an Ihren künftigen ständigen Begleiter.

Natürlich behandelt der Akustiker Ihre Angaben vertraulich. Sie sind sehr wichtig für den Auswahlprozess und die Entscheidung für das richtige Hörgerät, die Sie für sechs Jahre oder auch länger treffen. Denn maximal alle sechs Jahre bezuschussen die Krankenkassen den Kauf eines Hörgerätes.

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Probetragen

Der Akustiker lässt Sie nach einer kurzen Einweisung verschiedene Geräte ausprobieren. Foto: Cordula Betz
Der Akustiker lässt Sie nach einer kurzen Einweisung verschiedene Geräte ausprobieren. Foto: Cordula Betz

Umso intensiver sollten Sie in den kommenden Wochen verschiedene Geräte austesten. Viele Akustiker bieten an, die Geräte für eine bestimmte Zeit mit nach Hause zu nehmen und in den unterschiedlichen Situationen Ihres gewohnten Umfelds auf Herz und Nieren zu prüfen. In unserem Fall wird der Akustiker Ihnen nun Hörgeräte einer bestimmten Preis-/Leistungsklasse von verschiedenen Herstellern vorlegen.

Alle diese Geräte können Ihren Hörverlust ausgleichen – aber jedes klingt in Ihren Ohren ein bisschen anders. Nun liegt es an Ihnen, den für Sie angenehmsten Klang herauszufiltern. Haben Sie den gefunden und sich damit zunächst einmal für einen bestimmten Hersteller entschieden, wird der Hörgeräteakustiker Ihnen Hörgeräte in anderen Preis-/Leistungsklassen von eben diesem Hersteller zum Testen geben und Sie auch noch einmal gezielt nach Ihren Aktivitäten fragen. Denn die sind oft entscheidend für die Wahl der Preis-/Leistungsklasse. Denn auch hier gilt: Jedes dieser Geräte ist in der Lage Ihren Hörverlust auszugleichen – aber nicht jedes genügt Ihrem Hörbedürfnis.

Mit einem Klick gelangen Sie zu unserer Übersichtsseite zum Thema "Kosten" und unserem "Wegweiser im Hörgerätedschungel" im pdf-Format.

Brauchen Sie Ihr Hörgerät hauptsächlich im Zwiegespräch mit Ihrem Partner oder zu Hause vor dem Fernseher? Dann genügt Ihnen vielleicht schon ein einfaches, günstiges Gerät, mit einem einfachen Laut/Leise-Regler. Sind Sie jedoch viel unterwegs, im Verein aktiv, hören gerne klassische Musik oder möchten Ihr Hörgerät im Berufsalltag mit Ihrem Telefon und verschiedenen Multimedia-Anwendungen koppeln, werden Sie mit einem solch einfachen Gerät längst nicht zufrieden sein. Dieses mehr an Komfort und technischen Möglichkeiten hat dann natürlich seinen Preis – aber der kann sich für aktive und kommunikative Menschen durchaus lohnen.

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(Weg-)Hören lernen

In der ersten Zeit mit Ihrem Hörgerät, werden Ihnen Alltagsgeräusche sehr laut vorkommen. Wie jemand, der an einer stark befahrenen Straße wohnt, müssen Sie das (Weg)hören erst wieder lernen. Foto: red
In der ersten Zeit mit Ihrem Hörgerät, werden Ihnen Alltagsgeräusche sehr laut vorkommen. Wie jemand, der an einer stark befahrenen Straße wohnt, müssen Sie das (Weg)hören erst wieder lernen. Foto: red

Sie tragen nun Hörgeräte zur Probe. Während dieser Phase wird der Hörgeräteakustiker die Lautstärke Ihrer Hörgeräte behutsam anheben, um so vorsichtig nach und nach auf das Hörziel hinzuarbeiten. Das ist sehr wichtig, denn Geräusche, die Sie lange nicht mehr wahrgenommen haben, werden Ihnen am Anfang erst einmal übermäßig laut vorkommen. Da wird ein laufender Wasserhahn schnell zum tosenden Wasserfall, das Rascheln von Zeitungspapier zum schrillen Knistern. Doch keine Angst: Sie werden mit einem Hörgerät nie lauter hören, als ein Normalhörender, auch wenn Ihnen das in diesem Moment so vorkommt. Sie müssen ganz einfach das (Weg-)Hören wieder neu lernen. So wie der Anwohner einer viel befahrenen Straße den Lärm der Autos nach einiger Zeit nicht mehr wahrnimmt, muss ihr Gehirn nun lernen, diesen (wieder) entdeckten Geräuschen nicht so viel Bedeutung zuzumessen. Durch regelmäßiges und langes Tragen der Geräte, gewöhnen Sie sich mit der Zeit Stück für Stück an die neue Situation. 

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Stichwort Kassengeräte

In den vertraglichen Vereinbarungen zwischen der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker und den Ersatzkassen wurden für die Vergütung der Hörsysteme Vertragspreise vereinbart. Die Hörgeräteakustiker haben sich dabei verpflichtet, dem Versicherten zwei Versorgungsvorschläge mit Hörsystemen zu unterbreiten, die „den individuellen Hörverlust entsprechend der medizinischen Notwendigkeit angemessen ausgleichen und die gleichzeitig eigenanteilsfrei, das heißt ohne zusätzliche Kosten (mit Ausnahme der gesetzlichen Zuzahlung)“ für den Versicherten sind. Neben diesen „Kassengeräten“ kann Ihnen der Hörgeräte-Akustiker auch Hörsysteme mit Leistungsmerkmalen anbieten, die „über das Maß des Notwendigen und damit über die Leistungspflicht der Ersatzkassen hinausgehen“.

Über die Kassengeräte wird in der Öffentlichkeit und auch in der Branche immer wieder diskutiert. Die Berichterstattung einiger TV-Formate sorgt für Verunsicherung bei den Kunden. Das Problem: In den Verträgen zwischen der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker und den Ersatzkassen ist von einem „angemessenen“ Ausgleich des Hörverlusts die Rede. Doch was ist „angemessen“? Mit jedem Kassengerät kann man jeden ausgleichbaren Hörverlust abdecken, aber nicht jeden Menschen. Denn was die Verträge nicht berücksichtigen sind das individuelle Hörbedürfnis und der Anspruch an Tragekomfort und Kosmetik des jeweiligen Hörgeräteträgers. Jenseits der Messwerte haben diese subjektiven Empfindungen jedoch einen beachtlichen Anteil an einer erfolgreichen Anpassung. Kassengeräte haben also durchaus ihre Berechtigung und kommen für bestimmte Menschen durchaus in Frage – aber eben nicht für jeden. Denken Sie jedoch bei all den Diskussionen immer daran - jede Kassenversorgung ist besser als gar keine.

Fakt ist: Der Hörgeräte-Akustiker muss Sie auf die Möglichkeit der eigenanteilsfreien Versorgung hinweisen. Tut er dies nicht, oder sind Sie sich unsicher, dann fragen Sie einfach direkt nach den Gründen. Der Akustiker wird Ihnen Ihre Offenheit danken und Ihre Fragen gerne beantworten. 

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Nach der Entscheidung

Am Ende der Anpassung gibt es noch ein paar Formalitäten zu erledigen. Foto: red
Am Ende der Anpassung gibt es noch ein paar Formalitäten zu erledigen. Foto: red

Nach der Auswahl des Herstellers, des Klangs, des Preises und dem Zubehör halten Sie nun Ihr künftiges Hörgerät in den Händen. Wie geht es nun weiter? Nach einer Abschlussmessung bestätigt der Kunde durch Unterschrift den Empfang der Hörgeräte. Er unterschreibt die Versicherteninformation, die Versichertenerklärung zur Hörsystem-Versorgung und die Dokumentation der Sonderanfertigung. Das alles benötigt der Akustiker für die Abrechnung mit den Krankenkassen.

Wenn Sie bei den Krankenkassen der VDEK (DAK, Barmer, TK, KKH-Allianz, HKK) versichert sind, muss eine Abschlussüberprüfung der angepassten Hörgeräte durch Ihren Hals-Nasen-Ohrenarzt durchgeführt werden. Bei allen anderen Krankenkassen (AOK, BKKs) wird auf diese Abschlussprüfung verzichtet. Um den Festbetrag, den Ihre Krankenkasse zum Hörgerät zusteuert, müssen Sie sich nicht kümmern. Der Akustiker rechnet mit der jeweiligen Kasse ab, Sie erhalten am Ende lediglich die Rechnung über Ihre Zuzahlung, sollten Sie sich für ein entsprechendes teureres Gerät entschieden haben.


Was nach der Anpassung sonst noch zu beachten ist, lesen Sie unter dem Menüpunkt

-> Nach der Anpassung

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