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Die Wahl des Arztes

Der erste Weg führt Menschen mit Hörproblemen in der Regel zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Als ausgebildeter Mediziner ist er für die adäquate medizinische Diagnose unverzichtbar. Er kann der Ursache für das Hörproblem auf den Grund gehen, mit verschiedenen Tests die Art und den Grad einer möglichen Schwerhörigkeit feststellen und ein Rezept für den Besuch beim Akustiker ausstellen.

Bei der Wahl des Arztes spielen viele Faktoren eine Rolle. Zeitnahe Terminvergabe und gute Erreichbarkeit sind das eine, Vertrauen und Zufriedenheit mit der Behandlung weitere wichtige Aspekte. Das rechtfertigt dann womöglich auch ein längerer Anfahrtsweg. Oft lohnt ein Gespräch mit Freunden oder Bekannten, die einen Arzt empfehlen können. Das ist meist hilfreicher als ein Blick ins Ärzteverzeichnis.

Eine Empfehlung von einem Akustiker oder einem Hausarzt ist kein Problem. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn der Patient das Gefühl hat, zum Besuch bei einem ganz bestimmten Hals-Nasen-Ohren-Arzt gedrängt zu werden. Nicht selten stecken dahinter freundschaftliche oder wirtschaftliche Interessen, die nicht immer dem Wohle des Patienten dienen.

Größter Vorsicht ist geboten, wenn ihr Hals-Nasen-Ohren-Arzt  die Hörgeräteversorgung in seinem Hause selbst, oder durch einen Vertreter durchführen möchte. Dieser sogenannte „verkürzte Versorgungsweg“ steht derzeit stark in der Kritik und wurde mittlerweile vom Gesetzgeber mit strengen Auflagen belegt.

Denn so wie der Hals-Nasen-Ohren-Arzt für die medizinische Diagnose unverzichtbar ist, ist der ausgebildete Hörgeräteakustik-Meister unabdingbar für eine fehlerlose Feinabstimmung der Hörsysteme. Nur anhand der Hördiagramme ist es fast unmöglich, eine optimale Anpassung vorzunehmen. Die Verarbeitung der Höreindrücke im Gehirn ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Was für den einen normale Nebengeräusche sind, empfindet ein anderer als störenden Lärm. Die Einbeziehung der subjektiven Höreindrücke des Patienten spielt bei der Anpassung also eine zentrale Rolle, ebenso das Testen mehrerer Hörgeräte. Auch diese Regelung entfällt beim verkürzten Versorgungsweg.

Wer eine solche Vertreteranpassung angeboten bekommt, sollte diese verneinen und darauf bestehen, seinen Akustiker frei zu wählen. In so einem Fall stehen wirtschaftliche Interessen des Hals-Nasen-Ohren-Arztes im Vordergrund. Auch den Gang zu einem ganz bestimmten Akustiker sollte sich niemand vom Arzt vorschreiben lassen. Auch hier wurden in der Vergangenheit Fälle von wirtschaftlichen Absprachen bekannt, die selten dem Wohl des Patienten dienen.

Wenn der Hals-Nasen-Ohren-Arzt auf die Anpassung bei einem bestimmten Akustiker nachdrücklich besteht, ist ein Wechsel zu einem anderen Arzt zu empfehlen.


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