Die Kosten

Ein schwieriges Thema für Kunden und Akustiker sind die Kosten. Viele Kunden lassen sich erst gar nicht mit Hörgeräten versorgen, weil sie die hohen Kosten fürchten. „Das lohnt sich für mich doch nicht mehr“, sagt die 85-jährige Großmutter, „Das kann ich mir nie im Leben leisten“, vermutet die junge Auszubildende. „Bei einem Hörverlust ist jedes Kassengerät, welches zu 100 Prozent von den Krankenkassen bezahlt wird, besser als gar keins“, argumentiert der Hörgeräteakustiker und spricht dabei aus seiner langjährigen Erfahrung.
Zuschuss von der Krankenkasse
Hörgeräte lassen sich grob in unterschiedliche Preisklassen einteilen: Kassenversorgung, Standard-, Mittel-, Komfort- und Premiumklasse. Kassengeräte werden von der Krankenkasse zu 100 Prozent übernommen. Die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen Hörhilfen bei einem Erwachsenen im Durchschnitt mit einem nicht unerheblichen Betrag von 360 bis 420 Euro pro Ohr.
Individuelle Bedürfnisse bestimmen die Höhe der Zuzahlung
Wie viel Sie als Kunde nun noch an Zuzahlung zu leisten haben, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Ansprüchen ab. Mit einem Hörgerät der Premiumklasse sind Sie natürlich bestmöglich versorgt. Es bleibt allerdings die Frage, ob ein solches Gerät im Einzelfall tatsächlich notwendig ist.
Der Preis spiegelt die Leistung des Hörgerätes wider.
Sie können die Auswahl eines Hörgerätes vielleicht mit dem Kauf eines Fahrrades vergleichen. Benötigen Sie ein Fahrrad nur dafür, um zwei mal wöchentlich einkaufen zu fahren, reicht Ihnen vermutlich ein solides aber preisgünstiges Fahrrad. Planen Sie anspruchsvolle Fahrradtouren über Stock und Stein, werden Sie vermutlich zu einem hochwertigeren und damit auch teureren Produkt greifen.
Sie allein entscheiden, welches Hörsystem Sie tatsächlich benötigen. Sie sind im Musikverein aktiv, arbeiten noch im Vorstand mit, gehen in Ihrer Freizeit gerne auf Konzerte oder in die Kirche und haben Probleme sich in Gesellschaft zu unterhalten? Dann werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Hörgeräten der Standard- oder Mittelklasse schwer zurecht kommen. Die Automatik dieser Hörgeräte kann sich nicht auf diese verschiedenen Situationen einstellen.
Probieren geht über Studieren
Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel: es gibt durchaus Kunden, die in oben genanntem Beispiel auch mit preiswerteren Systemen auskommen. Sicherheit verschafft Ihnen der kostenlose Test bei Ihrem Akustiker. So können Sie die verschiedenen Geräte in den unterschiedlichen Situationen ihres gewohnten Umfeldes prüfen. Je präziser Sie Ihrem Akustiker Auskunft über die Situationen geben können, in denen Sie besondere Unterstützung von Ihrem neuen Hörgerät erwarten, umso sicherer können Sie sein, dass Ihr Akustiker Sie individuell beraten kann und Ihnen die passenden Hörgeräte zum Testen mit nach Hause gibt.
Preisvergleich lohnt sich
Die Kalkulation für Hörgeräte obliegt dem Akustiker. Natürlich kann es von Akustiker zu Akustiker starke Unterschiede in der Preisgestaltung geben. Haben Sie sich für einen passenden Hörgerätetyp entschieden, lohnt natürlich ein Preisvergleich. Der Griff zum Telefonhörer ist der einfachste Weg. Aber bedenken Sie: Der Akustiker, der Sie ausführlich beraten hat und die Anpassung vorgenommen hat, hat natürlich wesentlich mehr Leistung erbracht, die nachträglich natürlich auch vergütet werden kann und muss. Sollten Sie woanders einen günstigeren Preis ermittelt haben, ist es aber kein Problem, ihren Akustiker darauf anzusprechen und zu fragen, ob er diesen ebenfalls halten kann.
Stadt vs. Land / Einzelhändler vs. Filialkette
Auch die Lage eines Geschäftes spielt bei der Preisgestaltung eine Rolle. Ladenmiete, Parkplätze und Unterhaltungskosten sind in der Stadtmitte von München natürlich höher als auf dem platten Land und müssen in der Kalkulation des Akustikers berücksichtigt werden. Insofern führt auch die Werbung großer Filialketten häufig in die Irre: Ein Akustiker mit vielen Filialen hat nicht automatisch den günstigsten Preis. Seine Filialen sind häufig zentral in der Stadtmitte angesiedelt und er muss die höheren Kosten für Miete und auch für Personal natürlich ebenfalls mit einkalkulieren.
Bedenken Sie, dass die Nachversorgung beim ausführenden Akustiker stattfindet.
- Sind Sie bereit, für einen günstigeren Anschaffungspreis regelmäßig einen weiteren Anfahrtsweg auf sich zu nehmen?
- Wo fühlen Sie sich am besten aufgehoben, beraten und fachlich am besten betreut?
Lassen Sie diese Überlegungen in Ihre Kaufentscheidung mit einfließen.












